Paris, Werdet, 1837.
In-8 von (2) Bl., 359 S. Broschiert erhalten, unbeschnitten.
222 x 143 mm.
Seltener Band auf farbigem Papier, broschiert, in allen Rändern, mit seinem originalen Umschlag. Vicaire, I, S. 198; Talvart, I, S. 154; Carteret, I, S.69; Clouzot, S.21.
Originalausgabe von La Vieille Fille und zweite Ausgabe von La Grande Bretèche.
Es handelt sich um eines der sehr seltenen Exemplare auf farbigem Papier, dieses hier auf rosa Papier.
„Von diesen Bänden der ‚Scènes de la vie de Province‘ wurden einige Exemplare auf farbigem Papier gedruckt, die man einzeln antrifft und die sehr gesucht sind.“ Clouzot. Guide du bibliophile.
La Vieille Fille: „‚La Vieille Fille‘ ist ein Roman mit einer bemerkenswerten psychologischen Analyse: Die Figur der Fräulein Cormon ist eine der lebendigsten Charaktere der ‚La Comédie humaine‘; Balzac vereinfacht hier nicht, die Analyse ist nuanciert und tiefgehend. Aber ‚La Vieille Fille‘ ist auch eines der gelungensten Gemälde des Provinzlebens: die Abende in der Gesellschaft, die tausend Intrigen, die politischen und finanziellen Interessen, die Ausschließlichkeit der Klassen untereinander, all das ist mit einem erstaunlichen Sinn für die Realität und großer Treue dargestellt.“ (Dictionnaire des Œuvres, VI, 668). Im Jahr 1816, in Alençon, hofft ein altes Mädchen aus guter bürgerlicher Familie, Rose Cormon, dass der Frieden und die Rückkehr der Bourbonen ihr endlich einen Ehemann bringen werden. Aus diesem drolligen Thema schafft Balzac eine politische Fabel, dank der Rivalität zweier Bewerber gegensätzlicher Parteien.
La Grande Bretèche: La Grande Bretèche stammt aus den Anfängen des echten Balzac, der mit Le Dernier Chouan und La Physiologie du mariage beginnt. La Grande Bretèche erzählt die Geschichte von Madame de Merret, die von ihrem Mann in flagranti des Ehebruchs ertappt wird: Ihr Ehemann lässt den Liebhaber seiner Frau lebendig in dem Kabinett einmauern, wo er sich versteckt hat. „In dieser kurzen Erzählung will Balzac ein eindrucksvolles Beispiel für das Drama der Eifersucht geben. Die schrittweise Entdeckung des Geheimnisses ist sehr geschickt eingefädelt und die Wendungen folgen aufeinander, indem sie diese schuldige und gleichzeitig leidende Frau in die grausamen Konsequenzen ihres falschen Schwurs einschließen“. (Dictionnaire des Œuvres, III, 278).
Diese Originalausgabe, auf farbigem Papier gedruckt, ist selten und in ihrer damaligen Broschüre extrem selten erhalten.
Ein weiteres Exemplar dieser Ausgabe, auf gelbem Papier, aber leider um 1900 von Champs gebunden und somit gewaschen, wurde am 29. Juni 2001, vor 11 Jahren, für € 26.000 verkauft.