Lyon, Jean de Tournes, 1559-1561.
4 Bände in 4 Foliobänden von: I/ (10) Bl., 462 S., (17) Bl.; II/ (6) Bl., 314 S., (3) Bl.; III/ (6) Bl., 363 S., (5) S.; IV/ (6) Bl., 350 S., (3) Bl. Gebunden in vollem braunen Kalbsleder der Zeit, doppelter Rahmen mit dreifachen Blindfileten auf den Platten mit vergoldeten Eckfleurons, goldgeprägten Wappen in der Mitte in einer Medaille mit den Buchstaben H.A.D. und dem Jahr 1565, eingestreut von kleinen vergoldeten Blüten, Spuren von Bindern, Rücken mit erhabenen Bünden verziert mit Blindfileten und vergoldeten Fleurons. Einige Kratzer. Einbände der Zeit.
330 x 208 mm.
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Die schönste alte Ausgabe der Chroniken von Froissart, « in jeder Hinsicht den vorherigen Ausgaben überlegen ». (Brunet, II, 1405-1406).
« Diese Ausgabe, mittlerweile selten geworden, ist sehr schön und verdient es, gesucht zu werden, trotz des ungünstigen Urteils von Jean Le Laboureur (Mémoires de Castelneau, I, S. 677); denn laut Sainte-Palaye, einem in dieser Angelegenheit unanfechtbaren Richter, hat Sauvage mit den wenigen Mitteln, die er damals beschaffen konnte, alles in seiner Macht Stehende getan, um den Text von Froissart zu verbessern. Und auch wenn seine Ausgabe noch sehr unvollständig ist, sind ihre Mängel keineswegs exklusiv, sondern sie teilt sie mit den vorherigen Ausgaben, denen sie im Übrigen in jeder Hinsicht überlegen ist (Mém. de l’Acad. des inscriptions et belles-lettres, XIII, S. 568 ff.) » (Brunet).
Diese Ausgabe, dem Connétable Anne de Montmorency gewidmet, ist die erste, die von Denis Sauvage herausgegeben wurde, und die erste kritische Ausgabe des Froissart-Textes, die dem Autor große Popularität verschaffte.
Die «Chroniken von Frankreich, England und den benachbarten Ländern» sind der Bericht über die Kriege, die sich seit dem Thronantritt Eduards III. (1327) bis zum Tod seines Enkels und Nachfolgers Richard II. (1399-1400) ereigneten. Die Chroniken bleiben eine der wichtigsten erzählerischen Quellen für die Geschichte des westlichen Europas im 14. Jahrhundert sowie für den Hundertjährigen Krieg.
Das dritte Buch ist das brillanteste von allen; es berichtet von den Ereignissen seit dem Frieden von Tournai 1385 bis zu den Vorbereitungen für den Einzug Isabeaus von Bayern in Paris 1389, einer Zeremonie, der Froissart beiwohnte. Ein bedeutender Teil des Bandes ist dem Reisebericht des Autors über einen Aufenthalt am Hofe von Gaston Phoebus in Béarn 1388 gewidmet, um besser zu verstehen, was im Südwesten Frankreichs nach der Niederlage von Poitiers geschah.
Prächtiges Exemplar, zur damaligen Zeit in den Wappen von Antoine d’Alsace-Hénin-Liétard eingebunden, Baron von Dieuville, der als Großbaili von Morea (Loir-et-Cher) gegen Ende des 16. Jahrhunderts starb, eine der seltensten Herkünfte laut Guigard. «Die Buchstaben A.H.D. repräsentieren seine Initialen. Die Jahreszahl 1565 ist wohl mit Sicherheit das Datum der Bindung. Zudem eine der seltensten Männchen.» (Guigard, Armorial du Bibliophile, II, S. 10).
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