0 Peine, [1747].
In-12 von (1) Bl. Titel, viii S., 337 S. Gebunden in voll gegle4nzendem Kalbsleder, Rfccken mit erhabenen B6flen und vergoldeten Blfctenmotiven verziert, Titelaufdruck aus rotem Maroquin, Goldschnitt auf den Kanten, goldener Innenroulette, rote Schnittkanten. Zeitgenf6ssische Bindung.
141 x 72 mm.
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Sehr seltene Originalausgabe eines der literarisch berühmtesten Bücher des 18. Jahrhunderts, das am 28. Juli 1765 auf den Index gesetzt wurde. Rahir, S. 17; Brunet II, 1690, Morgand & Fatout, 6146; Barbier, Dictionnaire des ouvrages anonymes, II, 1246; Debacker, 1131.
Es wird von Édouard Rahir in La Bibliothèque de l’amateur im Kapitel „Livres recherchés pour le texte“ (S. 17) zitiert.
Es wurde 1747 veröffentlicht, nachdem sich die Autorin bereits durch ihre Briefe an Voltaire bekannt gemacht hatte, bei dem sie in Cirey Zuflucht fand. Montesquieus Lettres persanes dienten ihr als Vorbild.
Eine junge Peruanerin schreibt aus Paris an einen fernen Verlobten: In eine ihr unbekannte Welt eintretend, drang sie allmählich ein, gelang es ihr, die Sitten kennenzulernen, die ersten Begriffe der Sprache zu lernen (und vor allem jene galanten Worte, die ihre Schönheit ihren Verehrern einflößt); schließlich lernte sie, die Pariser Gesellschaft jenseits der traditionellen Heuchelei zu beurteilen. Mme de Graffigny versteht es, die Sitten-Satire mit einer der durchdringendsten Satiren zu verbinden (man behauptete sogar, dass Turgots wirtschaftliche und soziale Reformen davon inspiriert worden seien), und verbindet dabei den feinsten und erlesensten Sinn für Angemessenheit. Die Feinheit und Kostbarkeit mancher Beschreibungen ließen verlauten, dass sie es geschickt verstand, dem Meisterwerk Montesquieus eine Prise von Richardsons Pamela hinzuzufügen. Wie dem auch sei, das Werk fand großen Anklang in der Gesellschaft seiner Zeit, die sich in diesem Mix aus klaren Ideen, subtiler Kritik und überschäumendem Witz wiedererkannte.
Schönes Exemplar in zeitgenössischem glaciertem Kalbsleder, einer der bedeutendsten Originalausgaben des 18. Jahrhunderts, die am schwersten zu finden sind.
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