[CROME ou CRUCE] Dialogue d’entre le maheustre et le manant. Contenant les raisons de leurs debats & questions en ces presens troubles au Royaume de France.

Preis : 3.900,00 

Seltene dritte Auflage, stark erweitert und geändert im Vergleich zur Originalausgabe, die einige Monate zuvor erschienen ist, dieses berühmten Pamphlets, verfasst von einem Ligisten
Kostbares Exemplar in seinem ersten zeitgenössischen, weichen Pergamenteinband erhalten.

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Artikelnummer: LCS-16259 Kategorie:

S.l. [Paris], 1594.

In-8 de (1) f.bl., 123 ff., (1) f.bl. Gebunden in Vollleder aus der Zeit, glattrückig mit handschriftlichem Titel. Einband aus der Zeit.

164 x 104 mm.

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Seltene dritte Ausgabe, erweitert und stark verändert im Vergleich zum Original, das einige Monate zuvor erschienen ist, dieses berühmten Pamphlets eines Ligisten. Brunet, II, 670; Adams, D.386.

Das Werk wurde in einem der unruhigsten historischen Kontexte verfasst. Die Belagerung von Paris, unterbrochen durch die Feldzüge Heinrichs IV. gegen den Herzog von Mayenne, war im Mai 1590 wieder aufgenommen worden. Während dieser Blockade bemühte sich die Liga, den Patriotismus der Massen zu wecken. Das Herannahen des Herzogs von Parma zwang Heinrich IV., sich zurückzuziehen. Nach den von der Liga angeordneten Hinrichtungen eroberte der Herzog von Mayenne die Bastille, ließ vier der sechzehn Verantwortlichen der Pariser Stadtviertel köpfen und löste deren Rat auf. Die Generalstände traten im April 1593 zusammen. Die Liga hatte ihr Dasein beendet. Nach der Abdankung trat Heinrich IV. am 22. März 1594 in Paris ein.

Die wahre Originalausgabe des berühmten Dialogs wurde 1593 veröffentlicht. Unser Text stammt aus dem Jahr 1594. In diesem entscheidenden Jahr machte der Einzug des Königs in Paris die Entfernung von Passagen, die Heinrich IV. nicht wohlgesonnen waren, und notwendige Ergänzungen zu seinen Gunsten oder gegen die Liga und die Sechzehn erforderlich. Eine zweite stark veränderte Ausgabe dieses Dialogs erschien somit Anfang 1594 und wurde im selben Jahr erneut gedruckt (unsere Ausgabe) und dann 1595 noch einmal. Sie wurde dann in der Satyre ménippée wieder aufgegriffen. Nachdem der König in Paris eingezogen war, wurde der Text unserer Ausgabe an die veränderte politische Lage Frankreichs angepasst.

Dieser Dialog wurde mehreren extremistischen Ligisten zugeschrieben: François Morin, genannt Cromé laut P. Cayet, dann Crucé von Abbé Dartigny, einem der Sechzehn, oder auch Nicolas Rolland, ebenfalls Mitglied der Sechzehn. Barbier (I, 940) erklärt: „Ich fand auf einem Exemplar die folgende Notiz, in der Handschrift des 16. Jahrhunderts: ‚Dieses Buch wurde von einem namens Crucé, einem Anwalt, der in der Rue du Foin in Paris wohnte und einer der sechzehn war, geschrieben und in Paris gedruckt, bevor König Heinrich IV. dort eintrat…‘“.

In diesem Neudruck von 1594, kurz nach dem Einzug des Königs in Paris, weist der Text spürbare Unterschiede auf. Es wurden mehrere Heinrich IV. ungünstige Passagen entfernt, und es wurden Ergänzungen gemacht, die zu seinen Gunsten sind oder sich gegen die Liga und die Sechzehn richten. Das ist der Grund, warum Kritiker, die diesen Dialog nur in der zweiten Version kannten, wahrscheinlich gesagt haben, dass es das Werk eines Ligisten, aber eines Ligisten unzufrieden mit dem Herzog von Mayenne sei. Diese Kritiker sind jedoch wenig einig über den wahren Autor, der laut Cayet L. Morin, genannt Cromé, laut Dartigny, Crucé, ein Anwalt und einer der Sechzehn, und schließlich laut anderen ein gewisser Roland, auch einer der Sechzehn der Pariser Union sei.“ (Brunet)

Der Dialog zwischen dem Unglücklichen (Lehnsherr, Anhänger Heinrichs IV.) und dem Bauern (Pariser Ligist) wurde erstmals 1593 veröffentlicht, in modifizierten Versionen, die ab 1594 royalistisch waren und im 18. Jahrhundert Begleitstücke zur ‚Satire Ménippée‘ wurden.

Der ‚Dialog zwischen dem Unglücklichen und dem Bauern‘ gehört zu den mythischen Pamphleten der Religionskriege, vor allem wegen des extremen Charakters seiner Gedanken. Er wird oft wegen seiner heftigen Angriffe gegen den Adel zitiert, der seiner Meinung nach unwürdig geworden ist. Cromé, der nun als der Autor dieses Pamphlets gut identifiziert ist, geht so weit in seiner Anklage gegen die Zaghaften und Korrupten, dass Mayenne, der nicht verschont wird, wütend auf ihn wurde und ihm drohte. Viele Kritiker gaben auch zu, dass sie mit einem von einem Ligisten geschriebenen und oft sehr liga-kritischen Text verlegen waren. Zu Beginn unseres Jahrhunderts fragte sich ein ebenso erfahrener Historiker wie Hauser, welchem Ziel genau sein Autor diente.“ (D. Ménager, Der Dialog in Geschichte und Literatur im Zeitalter Montaignes: Festschrift für C.-G. Dubois‘, 2001, S. 97-109).

Hauser hebt hervor diesen Bands Interesse sowohl in Bezug auf die darin entwickelte politische Philosophie als auch auf die erzählten Tatsachen: „Der Bauer ist nicht nur ein unnachgiebiger Katholik, er ist ein revolutionärer Demokrat, ein Theoretiker des Gesellschaftsvertrags und ein Gegner des Adels… Es gibt einen echten historischen Wert in der Schilderung der Pariser Ereignisse nach der Ermordung von Blois. Dieser Text ist reich an persönlichen Details, Eigennamen, Offenbarungen zu den geheimen Verhandlungen mit Heinrich IV. und den Intrigen, die die Generalstände prägten“ (Hauser).

Das Werk wurde vom Herzog von Mayenne verfolgt und zerstört.

Kostbares Exemplar, mit großen Rändern, bewahrt in seiner ersten Einband in weichem Pergament der Zeit.

Herkunft: handschriftlicher Exlibris und Stempel Bar nabitarum s. eligii Paris auf dem Titelblatt.

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Auteur

[CROME ou CRUCE]