Rennes, Pierre Hallaudays, 1653.
6 Teile in 1 Band in-4 von (8) ff., 120 S., 40 S., 24 S., 56 S., 70 S., 40 S., 1 ausklappbare gravierte Tafel, zahlreiche Holzschnitt-Illustrationen im Text, handschriftliches Exlibris auf dem Titel. Weicher Pergament der Epoche, glattes Rücken. Bindung der Epoche.
206 x 155 mm.
Seltene Originalausgabe dieses wichtigen hydraulischen Traktats.
Jean François, (1582-1668), war ein französischer Jesuit und Mathematiker. Er wurde 1605 Mitglied der Gesellschaft Jesu und unterrichtete ab 1613 Mathematik und Philosophie am Kolleg La Flèche. François unterrichtete Mathematik, während er Theologie studierte. Er hatte René Descartes als Schüler, der ihm eine gewisse Zuneigung bewahrte. Als Studienpräfekt in Nevers, Amiens und Alençon benannt, beendete er seine Karriere am Kolleg von Rennes. Man hob allgemein die Klarheit seiner Vorträge hervor.
« Wie man sieht, gehört der Autor dem bretonischen Klerus an: als Jesuit bietet er sein Buch den ‚Nosseigneurs des Etats‘ dar. Man mag sich zunächst wundern, einen Geistlichen zu hören, der sich ex professo mit heiklen Themen beschäftigt, die direkt zur Ingenieurskunst gehören; aber zu allen Zeiten unserer Geschichte haben die Hydraulik und die Geodäsie mehrere herausragende Geister unter den Dienern der Kirche fasziniert, und in unseren Tagen haben wir nicht den Abbé Paramelle gesehen, der die ‚Wissenschaft der Wasser‘ des P. François perfektionierte?
Biografische Informationen über Pater Jean François sind nahezu nicht vorhanden. P. Jean François wurde 1582 in Saint-Claude in der Franche-Comté geboren: Er war also kein Bretone, aber wir werden sehen, dass er es im Herzen und fast faktisch wurde. Er wurde 1605 im Alter von 23 Jahren in die Gesellschaft Jesu aufgenommen, und unterrichtete zunächst Philosophie und Mathematik am Kolleg von La Flèche, wo er 1610 den berühmten René Descartes als Schüler hatte, der ihm während seines ganzen Lebens die zärtlichste Zuneigung bewahrte. Er übernahm dann das Amt des Studienpräfekten und leitete die Kollegs von Nevers, Amiens und Alençon. Schließlich sandten ihn seine Vorgesetzten 1650 an das Kolleg von Rennes, wo er die letzten achtzehn Jahre seines Lebens verbrachte.
Während seines gesamten kämpferischen Lebens hatte er unterrichtet, geleitet, gepredigt. In der Bretagne allein, bemerkte der gelehrte Bibliothekar der Schule Sainte-Geneviève, wo die Jesuiten die alten wissenschaftlichen Traditionen ihres Instituts wieder aufgenommen haben, in der Bretagne allein fand sich dieser Bretone aus dem Osten in seinem Land wieder, und da er vor Ort einen guten Drucker fand, ließ er sich dazu überreden, seine Schriften zu veröffentlichen, die Descartes gebildet hatten. Von 1652 bis 1668, dem Jahr seines Todes, veröffentlichte er in Rennes elf aufschlussreiche Abhandlungen über Physik und exakte Wissenschaften; mehrere von ihnen erzielten einen echten Erfolgund wurden in Paris mehrere Male nachgedruckt.
Die ‚Bibliothèque des écrivains de la Compagnie de Jésus‘ von den PP. de Backer nennt insbesondere: 1. ‚Die Wissenschaft der Geographie‘. Rennes, 1652. 2. ‚Die Wissenschaft der Wasser‘. Rennes, 1653 und Paris, 1655. Das ist das Werk, das uns beschäftigen wird…
Die ‚Wissenschaft der Wasser‘, unabhängig von der Kunst und der Führung der Wasser und der künstlichen Brunnen, die einen eigenen Traktat bildet, besteht aus vier Kapiteln oder Teilen, die ihre Entstehung, ihre Kommunikation, ihre besonderen Bewegungen und ihre Mischungen behandeln.
Quoique le Père François ait divisé nettement la science et l’art des eaux, il se sert cependant de l’une et de l’autre pour exposer ses doctrines, et il n’admet pas qu’on puisse étudier l’une sans étudier l’autre. Au commencement du XVIIe siècle, alors que la physique expérimentale commençait à peine les immenses progrès réalisés depuis cette époque, elles étaient fort prudentes et posaient nettement des principes d’étude fort judicieux. Aussi le Père François ne se lance-t-il pas dans les digressions théoriques trop abstraites ou trop absolues ; quand il a constaté un fait, quand il l’a examiné sous toutes ses physionomies diverses, quand il en a déduit toutes les conséquences, il ne s’obstine pas à vouloir en donner à tout prix l’explication complète, si elle lui échappe ; il ne veut pas se contenter d’à peu près, et il préfère confesser noblement son ignorance et s’en rapporter à l’auteur de l’univers… Nous savons désormais que nous n’avons pas affaire à un empirique acharné, et nous pouvons avoir pleine confiance dans les allégations et dans la méthode d’un observateur aussi consciencieux. » (L’Art de l’ingénieur et le clergé en Bretagne au commencement du XVIIe Jahrhunderts)
« In diesem Werk findet man interessante Fakten, die auf damals neuen Experimente basieren.» (De Backer, Bibliothèque des écrivains de la Compagnie de Jésus, IV, S. 243).
Das Werk ist mit zahlreichen Holzschnittfiguren im Text sowie mit einer ausklappbaren Tafel verziert.
Kostbares Exemplar, erhalten in seinem flexiblen zeitgenössischen Pergament.
Herkunft: Ex Libris von Laurent de Lieutaud de Troisvilles, monogrammiertes Stempelsiegel in grüner Tinte auf einer Schützseite, mit dem lateinischen Motto Nunc nox mox lux (Jetzt, die Nacht, und bald das Licht) der Kunstbuchhandlung Ludovic Baschet (Paris).