Paris, aus der Druckerei von P. Didot lAnf, 1809.
In-8 von vi S., (1) Bl., 234 S. und 3 Tafeln auerhalb des Textes.
Rotes Maroquin, dreifache goldene Fileteierung, die die Deckel einfasst, Rücken mit Stegen reich verziert, doppelter Goldschnitt auf den Kanten, goldene Innenrolle, unbeschnitten. Einband signiert von R. Wallis binder.
217 x 134 mm.
Précieuse édition française des Souffrances du jeune Werther dans une traduction nouvelle donnée par le comte de La Bédoyère.
Cohen 442.
Werther, dieser Roman, dessen Einfluss auf alle europäischen Literaturen so groß war, erschien 1774 in Leipzig; die erste französische Übersetzung ist, wie wir glauben, die von George Deyverdun (Maestricht, J.-E. Dufour, 1775 und 1776, 2 Bände in-12), dann folgte die von Seckendorf (Erlangen, 1776, in-8), dicht gefolgt von der von Aubry, die laut Quérard größtenteils das Werk des Grafen von Schmettau sein soll (Mannheim und Paris, Pissot, 1777, in-8). Weitere Übersetzungen wurden dann von L.-C. de Salse (Basel, J. Decker, 1800, 2 Bände in-8), H. de La Bédoyère (Paris, Colnet, Jahr XII, in-12), Sévelinges (Paris, Demonville, 1804, in-8), Allais (Paris, Dauthereau, 1827, 2 Bände in-32), Pierre Leroux (Paris, Charpentier, 1839, in-12) und Louis Énault (Paris, Hachette, 1855, in-12) veröffentlicht.
Im Jahr 1774 erscheint in Leipzig der erste Roman eines kaum bekannten Autors im Alter von 25 Jahren: Die Leiden des jungen Werther. Dieses Werk erlangt in Deutschland sofortigen Erfolg. Die Zeitschriften diskutieren über die Moral oder Unmoral der beiden kleinen Bände, die Leser reißen sie sich aus den Händen, manche sehen in Werthers Schicksal ein nachahmenswertes Vorbild. Der Ruhm von Johann Wolfgang Goethe ist besiegelt und sein Name wird lange mit diesem literarischen Ereignis verbunden bleiben, als erster deutscher Roman, der die Grenzen Deutschlands wahrhaftig überschreitet. Eine erste französische Übersetzung erscheint 1776. Als 32 Jahre später, am 2. Oktober 1808, Napoleon als Eroberer Deutschland durchquert und in Erfurt weilt, verlangt er, Goethe zu sehen: um mit dem Autor von Werther zu sprechen, ein Buch, das er siebenmal gelesen hat und das ihn während seines Ägyptenfeldzugs begleitet hat.
« Der Werther ist eine Herausforderung an den tugendhaften Roman der Aufklärung. Aber sein Diskurs ist vor allem ein Bekenntnis des Subjektivismus: eine Suche nach dem Sinn des Lebens durch eine anspruchsvolle Seele, die sich nicht mehr mit den traditionellen Formen der sozialen Eingliederung und den gängigen Vorstellungen vom Heil begnügt » (Wörterbuch der Werke).
Die Leiden des jungen Werther, Goethes erster Roman, erlebte schon bei Erscheinen einen unglaublichen Erfolg und brachte seinem Autor über Nacht eine beträchtliche Bekanntheit in ganz Europa. Dies löste aus, was man damals « Werther-Fieber » nannte.
Mme de Staël schrieb, dass « Werther mehr Selbstmorde verursacht hat als die schönste Frau der Welt… ». Goethe selbst erklärte: « Die Wirkung dieses kleinen Buches war groß, ja monströs… weil es zur richtigen Zeit kam, aber… der Selbstmord wird in keinem Fall vom Buch verteidigt ».
Der Band ist mit 3 wunderschönen Figuren von Moreau versehen, die von de Ghendt und Simonet gestochen wurden.
« Existiert auf Büttenpapier, mit den Figuren vor dem Schriftzug » erwähnt Cohen, dies gilt für das vorliegende Exemplar.
Précieux exemplaire sur grand papier vélin, bien complet des 3 figures avant la lettre, conservé à toutes marges car non rogné, relié en maroquin rouge au XIXe Jahrhundert von R. Wallis.