Oppenheim, Jacob Kobel, 24. März 1518.
In-folio von (14) Bl., 74, (50) Bl. Einige Blätter leicht gebräunt oder fleckig. Abakus, Kalender und Tafeln in Rot und Schwarz gedruckt. Titel im gravierten Rahmen mit Wappen verziert gedruckt. Gebunden in Schweinsleder auf holzgetäfeltem Einband kalt geprägt, Spuren von Schließen und Zierbeschlägen, die verschwunden sind. Restaurierte zeitgenössische Einband. Grüne Leinenkassette.
302 x 208 mm.
Erstausgabe des Hauptwerks von Stoeffler, das der Überarbeitung des Kalenders gewidmet ist. Fairfax Murray, German, 403; Houzeau & Lancaster 13730; Stillwell, Science, 112; Wellcome 6102; Zinner 1101; Adams S-1884; Rosenwald L/C 638; Benzing, Koebel, 58; Smith I, 327.
Der Band enthält somit das wichtige Werk des berühmten Astronomieprofessors aus Tübingen, Johann Stoeffler (1452-1531), wunderbar gedruckt vom ersten Drucker in Oppenheim, Jacob Kobel (1460-1533), der für seine bemerkenswerten typografischen Leistungen bekannt ist. Stoeffler war beim Laterankonzil mit der Überarbeitung des Kalenders beauftragt worden, und das vorliegende Werk erläutert das Ergebnis seiner Arbeiten. Es ist eines der ersten, das zeigte, wie der Julianische Kalender mit den astronomischen Ereignissen harmonisiert werden könnte.
Die Widmung an Maximilian I. stammt von J.A. Brassinacus.
In seinem bedeutenden Traktat liefert Stoeffler verschiedene Vorschläge bezüglich des Tierkreises, der Finsternisse, des Schaltjahres und der verschiedenen Kalender, griechisch und römisch, sowie des beweglichen Osterfestes. Es sind auch Überlegungen zu so unterschiedlichen Themen wie der Medizin, insbesondere der Phlebotomie, der Geometrie oder der Arithmetik enthalten. Ein weiterer Teil betrifft Sonnenuhren und Zeitmessinstrumente.
Das vorliegende Werk “ist teilweise wegen der herausragenden Tabellen, die Stoeffler berechnet hat … einem der angesehensten Astronomen seiner Zeit, und außerdem wegen der kleinen Holzschnitte am Fuß jeder Kalenderseite geschätzt, die die Arbeiten des Landmannes im Laufe des Jahres darstellen” (G.R. Redgrave, “Einige frühe Buch-Illustrationen der Oppenheim-Presse”, Transaktionen der Bibliographischen Gesellschaft III, S. 71-80).
Der Traktat ist reichhaltig mit schönen Holzschnitten ausgeschmückt: 24 kleine Holzschnitte von Stadtansichten im Abacus, 12 Schnitte, die die täglichen Arbeiten jedes Monats im Jahr darstellen und 12 gravierte Medaillons, die die Tierkreiszeichen im Kalender darstellen, 63 gravierte Diagramme mit Sonnen- und Mondfinsternissen, schließlich 4 ganzseitige Gravuren, die astronomische Instrumente darstellen in Rot und Schwarz am Ende des Bandes.
Großzügig beschnittenes Exemplar dieser Zusammenstellung astronomischen, kosmologischen, medizinischen und historischen Wissens eines der großen Astronomieprofessoren der Renaissance.