Lyon, 1618.
GODARD, Jean. La Nouvelle Muse, ou, les Loisirs de Jean Godard, parisien. [Gefolgt von] : L’H Françoise de Jean Godard parisien. Lyon, Claude Morillon, 1618.
Kleines in-8 von 226 S., (18) Blätter. Fleck auf S.34, blasse eckige Feuchtigkeitsspur, alte handschriftliche Notiz mit Tinte auf der Rückseite des letzten Blattes. Gebunden in vollem braunem glacierten Kalbsleder, blindgeprägte Linie einrahmend die Deckel, glatter Rücken verziert mit goldenen Fleurons und Rollen, Titelschild aus rotem Maroquin, goldene Linie auf den Schnitten, Rotgefärbte Schnitte. Gelenke leicht berieben. Einband aus dem 18. Jahrhundert.
172 x 101 mm.
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Seltene Originalausgabe dieser Sammlung, die eine große Anzahl poetischer Werke von Jean Godard enthält: Elegien, Trophäen an Heinrich IV., Oden oder Strophen über den Ehrgeiz, die Boshaftigkeit, die Mäßigung, die Höflichkeit,…
Brunet, II, 1634; Graesse, Schatz der seltenen Bücher, III, 98.
Jean Godard, ein französischer Dichter, geboren in Paris am 15. September 1564, war Generalleutnant im Bailiwick Ribemont; er starb 1630.
«Er verbrachte einen großen Teil seines Lebens in Villefranche im Beaujolais; aber in Erinnerung an seine Geburtsstadt nahm er den Titel Pariser auf dem Titelblatt seiner Werke an. Diese verschafften ihm einen glänzenden Ruf; man stellte ihn sogar auf eine Stufe mit Ronsard; das war damals das Nonplusultra des Lobes.» (Allgemeine Biographie, XX, 878).
Am Ende der vorliegenden Ausgabe findet sich eine Prosaabhandlung über den Buchstaben H mit dem Titel Die französische H, die interessante Beobachtungen enthält.
«Jean Godard, zugleich gelehrt und von heiterem Geist, widmet dem Du Vair, Hüter der Siegel von Frankreich, eine Abhandlung über die französische Sprache, die sich insbesondere mit der Rechtschreibung befasst und aufschlussreiche Details enthält. Obwohl man ihn nicht als Neuerer bezeichnen kann, da damals große orthografische Freiheit zugelassen war, wird man die von ihm in seinem Buch übernommene Freiheit und den Geist, in dem es geschrieben ist, beurteilen können.» (Firmin-Didot, Beobachtungen über die französische Rechtschreibung, S. 213-216).
«Godard war ein Grammatiker: Er hat eine ‚Abhandlung über den Buchstaben h‘ verfasst, die in seiner Zeit äußerst neue Beobachtungen enthält, von denen man sogar heute noch profitieren kann.» (Katalog Viollet Le Duc, I, S. 434)
In den Liebesgedichten von Godard erkennt man den Einfluss von Ronsard und Desportes.
Schönes Exemplar dieser seltenen literarischen Originalausgabe, erhalten in seiner eleganten Lederbindung des 18. Jahrhunderts.
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