Paris, Joanne Parvo, o.J. [1510].
[Gebunden mit] : –DIODOR VON SIZILIEN. De Antiquorum gestis fabulosis lib. I [-6] a Pogio Florentino in latinum traducti. [Paris], Denis Roce, o.J. [c. 1515].
2 Werke in 1 Band, klein in-4 von: I/ (1) f.bl., (42) ff., 213, (1) f.; II/ 123 ff., (6) ff. Reichlich Marginalien in einer Schrift des 16. Jahrhunderts. Marke von Jean Petit auf dem Titel des ersten Werkes, ganzseitiger Holzschnitt auf der Rückseite, Marke des Druckers Guy Marchant auf dem letzten Blatt. Marke von Denis Roce auf dem Titel des zweiten Werkes. Verzierte Initialen im Text. Gebunden in steifem Pergament aus dem 17. Jahrhundert, glatter Rücken mit handschriftlichem Titel, marmorierte Schnittkanten. Besitzstempel und handschriftliches Exlibris auf dem Titel.
190 x 132 mm.
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Seltene erste französische Ausgabe der ersten lateinischen Übersetzung der Geschichte des Herodot. Die vorliegende Ausgabe ist mit einem beeindruckenden ganzseitigen Holzschnitt illustriert. Graesse, Trésor de livres rares et précieux, S. 256.
Gedruckt von dem berühmten Pariser Drucker Jean Petit, handelt es sich um die erste französische Ausgabe der Übersetzung von Herodot ins Lateinische durch den italienischen Humanisten Lorenzo Valla. Diese lateinische Übersetzung ist die einzige, die während der Renaissance gedruckt wird. Das Werk enthält alle neun Bücher der Untersuchungen von Herodot, die von Cyrus II. Sieg über den Lyder Krösus (Beginn des ersten Buches) bis zum Zweiten Medischen Krieg (im neunten Buch) reichen. Die Blätter 208 bis 213 sind zudem durch die lateinische Übersetzung eines Textes von Isokrates gefüllt: „Isocratis Oratio De Laudibus Helenae e Graeco In Latinum Traducta Joanne Petro Lucense Interprete“.
Lorenzo Valla (1406-1457) war ein bekannter italienischer Gelehrter, der sich großen Ruhm als Latinist erwarb. Er führte seine Übersetzung von Herodot – die erste Übersetzung des Originaltextes – um 1450 unter der Schirmherrschaft von Papst Nikolaus V., dem „humanistischen Papst“, durch.
„Valla hatte einen lebhaften und weitreichenden Geist, tiefes und vielfältiges Wissen und einen unermüdlichen Arbeitseifer. Er hatte großen Einfluss auf den Fortschritt der guten Studien und trug durch seine Lehre und seine Werke zu jener Bewegung der Wiedergeburt der Literatur bei, die Europa die Quellen der Eloquenz, der Philosophie und des Geschmacks wieder erschloss. Seine Schriften sind zahlreich; die gerade entdeckte Druckkunst beeilte sich, sie zu vervielfältigen.“ (Nouvelle biographie générale, 45, col.880).
Die beeindruckende Illustration des vorliegenden Werks besteht aus dem Signet von Jean Petit auf der Titelseite, dem von Guy Marchant auf der Rückseite des letzten Blattes sowie einem großen ganzseitigen Holzschnitt auf der Rückseite des Titels. Dieser Holzschnitt stellt eine von Herodot erzählte Episode dar: die Entführung der jungen Frauen von Argos durch die Phönizier, darunter Io, die Tochter des Königs Inachos.
„Herodot ist weit mehr als eine wertvolle Quelle: immer lesbar, wird sein Werk seit jeher zitiert und übersetzt.“ (P.M.M., 41).
An das vorliegende Werk angeschlossen ist die seltene französische Ausgabe des Werks von Diodorus von Sizilien, übersetzt ins Lateinische von Pogio Florentino. Veröffentlicht in Paris um 1515, ist sie mit dem Signet des Druckers Denis Roce auf dem Titelblatt illustriert.
Schönes Exemplar, erhalten in seinem reinen Pergament des 17. Jahrhunderts von diesem höchst interessanten Satz historischer Texte.
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